Über mich

Kunst ist stetige Inspiration und Lebenselixier.

Das Einfangen der Schönheit des Momentes auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlichsten Materialien löst eine permanente Faszination in mir aus.

In der Umsetzung meiner Ideen — in Form von Grafiken, Malerei, Typografie, Fotografie, skulpturalen Arbeiten oder digitalem Artwork — fühle ich mich frei. So entsteht immer etwas Neues und Spannendes.

Die Freude am Tun ist der größte Reichtum.

Lieber Werkzeug als Kuchen

Mir fällt es leichter, eine Plastik anzufertigen als einen Kuchen zu backen.

Wenn ich mir etwas wünschen darf — zu Weihnachten oder zum Geburtstag —, dann wünsche ich mir immer Werkzeug.

Räumliches, plastisches Arbeiten finde ich einfacher als das Anlegen einer Grafik. Eine Grafik muss in einem Moment perspektivisch exakt sitzen — sonst sieht es falsch aus. Ein räumliches Objekt hingegen kann ich aus allen Perspektiven betrachten, Fehler erkennen und Schritt für Schritt korrigieren.

„Was ist wenn" wird die Frage meines Lebens bleiben — so hoffe ich. Denn sie hält mich in stetiger Bewegung.

Mein nächster Weihnachts- oder Geburtstagswunsch wäre deshalb ein Dauerabo an der Universität — um meine Fragen ständig stellen und beantworten zu können.

Wie alles begann

Eine Kindheit gegen die Langeweile

Ich war ungefähr fünf Jahre alt und wollte unbedingt in den Kindergarten — alle sechs älteren Geschwister waren schon in der Schule, und im Haus, in dem meine Eltern ihren Friseursalon hatten, blieb ich oft allein mit mir und der Zeit. Ich habe meiner Mutter, wie sie selbst sagt, „Löcher in den Bauch" gefragt. Doch der Kindergarten war den Eltern zu viel Aufwand. Selbst mein Angebot, die vier Kilometer zu Fuß zu gehen, wurde abgelehnt. Damals wurde man mit sieben eingeschult — zwei Jahre, die ich mir selbst füllen musste. Langeweile mochte ich nie. Also stellte ich mir eigene Aufgaben.

Schwarze Zeichen — der erste Funke Typografie

Im Salon meiner Eltern lagen Zeitschriftenstapel aus, in denen ich mich verlor. Die Bilder fand ich schick, doch die schwarzen Zeichen konnte ich nicht deuten. Also malte ich sie ab — immer die schönsten. War ich fertig, lief ich zu meiner Mutter und fragte, wie das heißt und ob diese Zeichen einen Sinn ergeben. Was damals als ungeduldige Neugier begann, wurde Jahre später zu einem der beiden Schwerpunkte meines Studiums im Kommunikationsdesign: die Liebe zur Typografie. Aus dieser frühen Liebe zu den Zeitschriftenstapeln habe ich später selbst Zeitschriften entwickelt — netspotting und TV Movie multimedia im Heinrich-Bauer-Verlag, sowie über ein Jahr lang die monatliche Mitarbeiter-Zeitung Talkline.

Kindheits-Idole: Tweety, Sylvester — und Monopoly

In denselben Zeitschriftenstapeln lebten meine beiden Helden: Tweety und Sylvester aus den Looney Tunes. Sie weckten in mir die Liebe zur Illustration und zum erzählerischen Bildermachen — und damit ganz nebenbei auch die spätere Hingabe an die Magazin-Entwicklung in den Verlagsjahren.

Dazu kam Monopoly als haptische Spielwelt der Kindheit: das gefaltete Brett, die Karten, die kleinen Häuser — ein erstes Lehrstück über Gestaltung als Erlebnis. Jahrzehnte später wurde daraus die CI-gerechte Gestaltung sowie freie Photoshop-Compositions für Deckel und Spielbrett der Brettspiel-Editionen für Winning Moves (Monopoly-Editionen, Top Trumps, Cluedo, Schildkrötenrennen u. v. m.).

Aus dieser Arbeit im Spielebereich wuchs die eigene Idee: eine eigene Spieleserie als Marke. Seit Frühjahr 2026 ist sie offiziell beim EUIPO eingetragen — und jetzt beginnt der eigentliche Markenaufbau.

Der Bogen schließt sich. Jahre später durfte ich für McCain die „Golden Comix"-Pommes-Frites-Serie mit den Original-Dateien von Tweety und Sylvester (Warner Brothers) gestalten — meine Kindheits-Helden auf einer Pommes-Tüte.

Als die Druckdaten aus der Agentur an die Druckerei gingen, begann die lange Stille zwischen Abgabe und Marktstart — als Grafikerin erfährt man nie genau, wann das fertige Produkt im Regal landet. Also kreiste ich täglich durch die Tiefkühlabteilung des Supermarkts an der Ecke. Die Verkäufer hielten mich für leicht merkwürdig. Wochen später kreischte ich vor Glück: da lagen meine Pommes im TK-Fach.

Bleistift, Kritzeln, innere Bilder

Das Kritzeln mit dem Bleistift wurde zu einer eigenen Welt — meditativ, fast tranceartig. Ich entdeckte früh, dass ich eine leichte synästhetische Veranlagung habe: Klänge können bei mir Farben auslösen, ein Bild eine Melodie, eine Situation einen Geschmack. Die Sinne waren nie wirklich getrennt — sie spielen zusammen.

Wenn ich einmal nicht wusste, was ich zeichnen sollte, setzte ich mich auf den Steinboden im Flur. Man musste sich nur darauf einlassen, die Augen leicht unscharf stellen — und schon verwandelten sich die Steinformationen zu Motiven.

Der morsche Baumstumpf — meine erste Plastik

Ich war viel draußen, viel in der Natur. Eines Tages fand ich einen morschen Baumstumpf, so weich, dass ich ihn mit bloßen Händen und ein paar Steinen bearbeiten konnte. Das war meine erste Plastik. Ich liebte das Gefühl — die Form unter den Fingern, das langsame Werden eines Wesens aus etwas Liegengelassenem.

Wenig später, an einem Teich, matschte ich — wie alle Kinder es gerne tun — und formte aus dem Lehm meine erste Figur. So wurde die Faszination für das plastische Arbeiten geboren — der zweite Schwerpunkt meines späteren Studiums.

Mein Bruder Ebe

Mein Lieblingsbruder Ebe — heute als Büste in der Plastiken-Sammlung zu sehen — hatte eine unglaubliche künstlerische Begabung. Mit ihm konnte ich stundenlang reden, zeichnen, Musik hören. Er war es, der mir zum ersten Mal eine Tür öffnete: im Zuge seiner Gemeinschaftsausstellung durfte ich mit ausstellen. Mein erster eigener Schritt nach außen.

Kunst — mein Atem

Kunst ist für mich der Ausdruck meiner Emotionen — und ich bin Emotion. Sie ist mein Ventil, mein Anker, meine Stärkung, meine Verarbeitung. Ohne sie würde ich verkümmern wie eine Blume ohne Wasser.

Mein Antrieb

Mal Form, mal Botschaft, mal Medium — verbunden durch eine einzige Konstante:
den Wunsch, die Welt wieder neu zu erfinden.

Lehrjahre

Lernen vom Holzbildhauer

Nach dem Abitur habe ich von 1990 bis 1992 zwei Jahre mit dem Holzbildhauer Tobias Herbster in Biberach an der Riß gearbeitet. Tobias Herbster studierte an der Staatlichen Berufsfachschule für Bildhauer Oberammergau. Material in den Händen, Form unter den Fingern: zwei Jahre unmittelbar im Atelier.

Lernen vom Maler

Parallel dazu, von 1990 bis 1991, arbeitete ich im Austausch mit dem renommierten Maler Pavel Bitrović im Gemeinschaftsatelier des Kunstvereins Biberach a. d. Riß — eine tolle, inspirierende Zeit. Werkbank und Staffelei wurden zur Brücke zwischen der kindlichen Faszination am Lehmrand und dem späteren Studium.

Bitrović arbeitet in der Tradition der metaphysischen Farbfeldmalerei. Auf zumeist kleinen Tafeln verbinden sich Pinselgeste, Bleistiftspur und Kupferpartien zu einer lyrischen Balance — eine Bildsprache, die zwischen Sichtbarkeit und Verbergen, Erinnern und Vergessen pendelt. In einem Essay von Peter Zwey („Zwischen Erinnern und Vergessen") wird sein Werk in einer Linie mit Künstlern wie Günther Förg verortet.

Studium

Vom Schriftzeichen zum Studium

Was im Friseursalon meiner Eltern mit abgemalten Buchstaben begann, wurde später Beruf und Berufung: ein Studium des Kommunikationsdesigns an der Hochschule Düsseldorf — University of Applied Sciences, mit den beiden Schwerpunkten, die schon in der Kindheit Wurzeln geschlagen hatten — Typografie und plastisches Arbeiten. Aus diesem Studium ging eine Diplom-Präsentation hervor, die später unmittelbar in die Welt der Großbild-Projektionen führte.

Plastisches Gestalten — Professor Stefan Pietryga

Im Studium betreute mich Professor Stefan Pietryga im Schwerpunkt plastisches Gestalten — geboren 1954 in Ibbenbüren, deutscher Bildhauer und Maler, ausgebildet an der Kunstakademie Düsseldorf (Abteilung Münster), Meisterschüler bei Ernst Hermanns, bekannt für seine skulpturalen Arbeiten, insbesondere die „blauen Pappeln" aus Holz und Bronze.

Pietryga stellte mir eine Aufgabe ganz persönlich: Während ich eine Plastik schrittweise aufbaute, ging ihm der Prozess zu zügig und zu ausgewogen voran — also gab er nur mir die Aufgabe, in einem einzigen Arbeitsschritt eine Person altern zu lassen. Aus dieser Vorgabe entstand die Plastik Das Alter.

Diplomarbeit

Diplomprofessor: Ton van der Laaken, geboren 1952 in Breda (NL), lebt und arbeitet in Arnheim und Düsseldorf. Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Arnheim, Master in Mixed Media an der Jan van Eyck Academie Maastricht. Lehrtätigkeit an den Kunstakademien Arnheim, Rotterdam und Düsseldorf. Von 1996 bis 2017 Professor für Kunst und experimentelle visuelle sowie räumliche Konzepte am Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf. Sein künstlerisches Werk kreist um die Erscheinungsformen des Lichts in leeren Räumen — Fabriken, Bunkern, Klöstern, ägyptischen Ausgrabungsstätten, Gefängnissen, Parkhäusern, Baustellen. Seit 2016 widmet er sich den „mindspaces" mit dem Leitgedanken „bringing the mind home".

Und Mixed Media — diese Bezeichnung wurde später auch zur Selbstbeschreibung meiner eigenen Arbeit: „that's me".

Meine Diplom-Präsentation — eine Projektionsshow mit 120 Motiven zu Farblehre und Farbwahrnehmung, verbunden mit der buddhistischen Chakren-Farbenlehre. Kolloquium: sehr gut.

Die Präsentation fällt einem Digital-Artist von Toma auf. Das Studio sucht Verstärkung; der Kontakt führt direkt zu Fernando Toma. So beginnt eine inspirierende Zeit voller kreativer Arbeit im großen Format — bis hin zum Bühnenbild für die „Frau ohne Schatten" am Megaron Opera House Athen (Inszenierung der Oper von Richard Strauss) und der Eröffnungs-Show zur Einweihung der neugebauten BIBLIOTHECA ALEXANDRINA in Alexandria, Ägypten. Das Artwork entsteht im Team einer kleinen Artist-Crew aus drei bis vier Personen — ich bin eine von ihnen.

Praxis

Toma Multivision — Großbildprojektionen und -visionen

Toma Multivision — eines der führenden deutschen Studios für Großbild-Projektionen und Multimedia-Inszenierungen: von Firmenshows über Messe-Events bis hin zu spektakulären Installationen auf der Expo 2000. Für Choreografie und Storyboard zeichnet Kane Kampmann verantwortlich.

Kommunikationsdesign — Spannweite einer Sprache

Aus den Klaviaturen, die ich bespielen wollte, ist über die Jahre ein eigenes Repertoire geworden: Großbild-Shows, zwei Magazinentwicklungen, Packaging Non-Food / Food, Spiele-Editionen wie etwa TOP TRUMPS Megamind, Tolle Tüte / Nordsee, Star Wars / Revell und diverse MONOPOLY-Reihen, UX/UI-Design, Messeauftritte, Filmerstellungen, Animationen, ein Kinderbuch und Beiträge als Contributorin auf Stockmarkets — als Geschmacksmuster ein modulares Steckdosensystem, als Gebrauchsmuster beim DPMA / Deutschen Patent- und Markenamt Produkte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, sowie eine Markenanmeldung bei der EUIPO / Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum.

Plastiken — wenn die Figur nach mir ruft

Was am morschen Baumstumpf und am Lehmrand des Teiches begann, ist heute eine Reihe eigenständiger Werke: Oktavia, Aurora, die Emotioni-Familie, Diva, Stumm, Der Schrei, Vater, Ebe — und das Drahtgittermodell, mit dem ich räumliches Sehen wieder neu lernen wollte. Jede dieser Plastiken ist ein Wesen, das zuerst nach mir gerufen hat — und das ich nicht ignorieren konnte.

Eigene Welten — Cannes, Giger, Kontraste

Parallel zur Auftragsarbeit sind eigene künstlerische Werke entstanden: die Cannes-Ausstellung mit Wandbildern und einer Bildergalerie, eine Hommage an H. R. Giger im Kunstraum Solingen, die installative Sprachmeditation „Sprache befreit den Geist" für das IIK Düsseldorf, eine „Underwater"-Filminstallation — und die Serie Kontraste.

Heute

Der Computer ist nur ein Werkzeug

Viele denken: wenn etwas am Computer entstanden ist, hätte man nur Knöpfe gedrückt — und schon wäre etwas Tolles fertig oder dasselbe wie bei allen anderen. Sie verstehen nicht, dass ein Computer nichts anderes ist als ein Werkzeug — verwandt dem Pinsel, nur dass er keinen Schmutz hinterlässt. Eines, das man ohne Talent nicht bespielen kann.

Die Anwesenheit einer Klaviatur macht noch keine Komposition. Erst wenn man die Klaviatur beherrscht, beginnt der Prozess der gekonnten Komposition.

Alle Klaviaturen lernen — um frei zu sein

Ich wollte alle Disziplinen — alle Klaviaturen — bespielen können, um am Ende frei zu sein in meiner Phantasie und deren Umsetzung. Deshalb hatte ich nach meinem Diplom den Anspruch, mir Fähigkeiten in jeder für mich wichtigen Disziplin anzueignen und sie zu beherrschen.

Das ist meine Freiheit: nicht mitten in einer Idee, wenn sie gerade zu fliegen beginnt, sagen zu müssen — ach nein, das geht nicht, und das auch nicht. Das wären Bremsen und Einschränkungen meiner eigenen Phantasie — da will ich mich nicht begrenzen müssen. Ich mag den gedanklichen, künstlerischen, kreativen Freiflug.

Begrenzter Raum — grenzenlose Phantasie

Dieser Freiflug braucht einen Raum — und bei Kundenaufträgen umreißen ihn die äußeren Gegebenheiten: das Briefing, die Grundlagen, das Budget. Sie geben mir die Koordinaten und begrenzen einen Raum. Doch genau innerhalb dieser Grenzen habe ich alle Freiheiten der Umsetzung und Visualisierung — hier kann meine Phantasie frei fliegen. Ganz oben steht dabei immer der Zweck: das Ziel steht fest, aber auf welchem Weg ich dorthin gelange und in welchem Design es am Ende umgesetzt wird, ist immer wieder aufregend und spannend.

Der Versuch, abstrakt zu werden

Ich wollte immer einmal den Weg zur abstrakten Kunst finden. Es ist mir nie gelungen. Sobald ich eine Fläche sehe, sehe ich eine klare Figur darin — und mein innerer Zwang ist es, sie aus der Masse herauszuarbeiten.

Weil ich das ändern wollte — wider meiner Natur — ging ich drastische Wege. Ich band mir den rechten Arm an den Bauch, um den Pinsel nur noch mit links führen zu können. Nach ein paar abstrakten Pinselstrichen sah ich plötzlich so deutlich eine Figur, dass ich mir die Bauch-Armbinde wieder abnahm und das Motiv mit der rechten Hand herausarbeitete. Zig Versuche. Immer das gleiche: Ich muss die Motive freilegen — kann sie nicht ignorieren, nicht überhören.

Danach folgten Selbstexperimente mit groben Farbrollen. Die waren so grob, dass ich dachte: jetzt aber muss es abstrakt werden. Kaum hatte ich ein paarmal gerollt, war meine rechte Hand schon wieder dran und arbeitete die Details heraus.

An dieser Stelle habe ich es akzeptiert: Ich kann nicht wider meiner Natur. Wenn ich eine Figur entdecke, muss ich sie herausarbeiten und aus der Masse befreien.

Umso größer mein Respekt vor Künstlern wie Gerhard Richter, die mit der Form begannen (etwa Vorhang, 1965, ein schwerer grau-anthrazit-schwarzer Vorhang im Von der Heydt-Museum, Wuppertal) — und die Freiheit besaßen, sich davon zu lösen und in die reine Monochromie und Materialität abzutauchen, in der jede Handschrift verschwindet (etwa Grau, 1974, im Kunstmuseum Bonn). Wechselnd dazwischen auch Figuratives — und Gross: Der Sprung zwischen Darstellung und Abstraktion scheint für Richter kein Hindernis zu sein. Andere Werke wie die Birkenau-Serie (2014, vier großformatige Tafeln in der Neuen Nationalgalerie, Berlin) explodieren in ihrem Zusammenspiel von Farben, Kräften und Energien — frei von gebundener Form.

Pressestimmen — und ein roter Faden

Es gibt viele, die versuchen, dem allen einen gemeinsamen Nenner zu geben — vom „Solingerin des Monats" bis hin zu Hans-Georg Wenkes Charakterisierung als „Multiple Layer Optical Art Performances".

Ich gehe der Form nach, wo sie ruft, und der Botschaft, wo sie verlangt.

Und ich freue mich am Werkzeug, sobald ich es beherrsche.