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Plastiken

Oktavia

Sinnlichkeit im Schwebezustand

Filmische Inspiration

Szene aus „Underwater" — meinem eigenen Kurzfilm. Die schwebende Verschmelzung von Mensch und Tentakeln war der Funke für die Plastik.

Das Konzept

Die Arbeit an der oben gezeigten Szene meines künstlerischen Films „Underwater" hat mich zu dieser Plastik inspiriert: die Verschmelzung von Tentakeln und menschlicher Gestalt zu einem einzigen Wesen — eine Faszination, die den Blick in neue Welten öffnet.

Oktavia erscheint als hybrides Wesen zwischen Frau und Meergestalt: ein Körper, der sich aus klassischer Anmut heraus in acht tentakelartige Formationen am Kopf auflöst. Durch die Verschmelzung von Mensch und Oktopus werden die menschlichen Arme obsolet — die Tentakel übernehmen ihre Rolle auf weitaus feinsinnigere Weise.

In dieser schwebenden Zwischenwelt verbindet sich Schönheit mit dem Unheimlichen zu einer poetischen Figur jenseits eindeutiger Identität. Mit geschlossenen Augen und einer in sich ruhenden Haltung scheint sie ihre eigene Sinnlichkeit zu zelebrieren – als hinge sie ganz dem stillen Genuss ihrer Verwandlung nach.

Ausgeführt als Büste in 60 cm Höhe.

Grundaufbau

In Progress

Oktavia — ZwischenstandOktavia — Zwischenstand, Detailansicht

Zwischenstand in der Ausarbeitung

Die Formsprache

Die Formensprache von Oktavia lebt von der Spannung zwischen weichen, fließenden Konturen und einer zugleich skulpturalen, kraftvollen Präsenz. Die organisch geschwungenen Tentakelstrukturen um den Kopf brechen die klassische Büstenform auf und verleihen der Figur eine fast rhythmische Bewegung, als würde sich der Körper aus dem Inneren heraus entfalten. Durch die glatte Oberfläche und die reduzierte Farbigkeit tritt nicht das Dekorative in den Vordergrund, sondern die sinnliche Wirkung der Form selbst. Oktavia erscheint dadurch als poetisches Mischwesen zwischen Verführung, Verwandlung und stiller Selbstbehauptung.

Arbeitsprozess

von matt zu poliert

Das Einfangen der Schönheit des Momentes — auf verschiedenen Wegen und in der entsprechenden Materialität — löst in mir eine permanente Faszination aus.

Lilith

Aus der Grafik zur Plastik

In Progress

Das Konzept

Das Lilith-Porträt aus der andersARTig-Werkserie — Fineliner und Polychromos — wurde zur Vorlage einer Plastik: die Verschmelzung von Frau, Rabe und Federkleid zu einer einzigen Gestalt, herausgeholt aus der Fläche und in den Raum gestellt.

Lilith — in den alten Mythen die erste Frau, die ihre Eigenständigkeit behauptete — erscheint hier als hybrides Wesen: ein verletzlicher weißer Körper, getragen und überwölbt von dunklen Flügeln, mit dem Rabenhaupt als Krone. Schönheit und Drohung in einer einzigen Geste.

Die Plastik soll diese Energie in Volumen überführen — nicht die Zeichnung kopieren, sondern ihre Haltung weiterführen: Aufrichtung, Wachheit, das Gleichgewicht zwischen Verletzlichkeit und stiller Kraft.

Übertragung auf das Plastik-Grundmodell

Lilith — Frontansicht, ZwischenstandLilith — Seitenansicht rechts, ZwischenstandLilith — Rückansicht, Zwischenstand

Auf dem Plastik-Grundmodell setze ich die Lilith-Figur dreidimensional um.

Aus Lilith wird Natalia

Während der Arbeit am Modell wuchs ein zweiter Plan: Lilith ohne Flügel — als eigenständige, lebensgroße Figur. So entstand der Konstruktionsplan für Natalia, eine 1 m hohe Akt-Plastik im Maßstab 1:1 cm.

Natalia — Bauplan, Front, Maßstab 1:1 cmNatalia — Bauplan, Rück, Maßstab 1:1 cmNatalia — Bauplan, Seite links, Maßstab 1:1 cmNatalia — Bauplan, Seite rechts, Maßstab 1:1 cm

Bauplan Natalia — Front / Rück / Seite links / Seite rechts, Maßstab 1:1 cm. Überlagerung der Maßzahlen über das Referenz-Torso-Modell.

Die Freude am Tun ist der größte Reichtum.

Das Alter

Eine Büste im langsamen Werden und Vergehen

Büste als Prozess von Verwandlung und Verfall

Die Plastik entstand im Rahmen einer Kursarbeit unter Professor Stefan Pietryga (geboren 1954 in Ibbenbüren) — deutscher Bildhauer und Maler, ausgebildet an der Kunstakademie Düsseldorf (Abteilung Münster), Meisterschüler bei Ernst Hermanns, bekannt für seine skulpturalen Arbeiten, insbesondere die „blauen Pappeln" aus Holz und Bronze.

Pietryga stellte mir diese Aufgabe ganz persönlich: Während ich eine Plastik gerade schrittweise aufbaute, ging ihm der Prozess zu zügig und zu ausgewogen voran — also gab er nur mir die Aufgabe, in einem einzigen Arbeitsschritt eine Person altern zu lassen.

Diese Plastik begreift das Gesicht nicht als festes Bild, sondern als einen Zustand im Wandel. Schritt für Schritt schreibt sich die Zeit in die Oberfläche ein, verdichtet sich zu Narben, Falten und Brüchen, bis die Büste selbst zu einer Spur von Vergänglichkeit wird. So entsteht eine Form, die zwischen Präsenz und Auflösung schwebt, zwischen verletzlicher Schönheit und der stillen Würde des Alterns.

Kunst ist für mich der Ausdruck meiner Emotionen — und ich bin Emotion.

Emotioni

Eine Familien-Serie bestehend aus Mutter, Vater und Kind in Lebensgröße — In Progress

Das Konzept

Die Serie Emotioni ist als dreiteilige Figurengruppe konzipiert — in der Formgebung modern, reduziert und zugleich ausdrucksstark.

Sowohl die Einzelfigur als auch das Ensemble sollen in ihrer Wirkung eigenständig stehen. Daraus entstand die Idee, den Skulpturen eine klare, abstrahierte Silhouette zu geben, die durch ihre Schlichtheit zurückhaltend, aber emotional bleibt.

Die Büsten werden auf schlichte, einheitliche Stelen aufgesetzt. Als Paar bilden die beiden erwachsenen Figuren durch ihre schräg geneigten Köpfe gemeinsam einen Bogen.

Der männliche Kopf ist anatomisch etwas breiter und massiver gearbeitet als der weibliche.

Den Skulpturen wird — im Kontrast zur reduzierten Grundstele — ein ausdrucksstarkes Antlitz gegeben, mit dem Fokus auf einem warmen Lächeln. Eigenständig vermitteln die Figuren einen klaren, gütigen Eindruck; im Ensemble treten sie in einen inneren Bezug zueinander.

Die Formsprache ist so reduziert angelegt, dass die Gesichter im Frontbereich offen und emotional bleiben, von hinten betrachtet aber ebenso schlicht sind wie die Grundstele. Beim Rundgang zur Front hin gewinnt die Figur menschliche, zugewandte Züge.

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Lächeln. Die Gesichtszüge ergeben sich aus den Flächenbrechungen der reduzierten Formen und Schwünge. Unabhängig davon, wie die Figuren zueinander stehen, bauen sie stets einen Spannungsbogen zueinander auf.

Figurendialog

Mama & Papa
Mama & Bambini
Papa & Bambini
Mama
Bambini
Papa

Ich gehe der Form nach, wo sie ruft, und der Botschaft, wo sie verlangt.

Drahtmodell

Modell zur Übung

Das Drahtgittermodell entstand als Übung, die ich mir persönlich gestellt habe — zur Schulung des räumlichen Vorstellungsvermögens und der formalen Genauigkeit. Aus 15 cm langen Drahtstücken wurde Schritt für Schritt ein Kopf aufgebaut, der sich aus Linien, Flächen und Volumen im Raum zusammensetzt. Ziel war es, die Form nicht nur nachzubilden, sondern sie in ihrer räumlichen Spannung und inneren Struktur zu verstehen.

Die offene Konstruktion macht den Kopf zugleich fragil und präzise sichtbar: als Modell, das weniger eine geschlossene Hülle als vielmehr ein Gerüst aus Blick, Maß und Bewegung darstellt.

Und ich freue mich am Werkzeug, sobald ich es beherrsche.

Aurora

Büste der Morgengöttin

Lebensgröße / In Progress

Mit Aurora verdichtet sich der Moment des Erwachens zu einer sinnlichen, lichtdurchwirkten Form. Die weich fließenden Volumen und die sanft aufsteigenden Linien erinnern an den ersten Schimmer des Tages, an ein Werden zwischen Schlaf und Bewusstsein. Die Büste erscheint dabei weniger als abgeschlossenes Bildnis denn als leuchtende Erscheinung, in der sich Anmut, Bewegung und stille Präsenz zu einer zeitlosen Figur der Morgenröte verbinden.

Aurora — DetailAurora — Gesamt von obenAurora — Querformat

Ich kann nicht wider meiner Natur. Wenn ich eine Figur entdecke, muss ich sie herausarbeiten und aus der Masse befreien.

Diva

Büste als Ausdruck von Haltung und Präsenz

In Diva verdichtet sich eine Figur von großer innerer Spannung und selbstbewusster Erscheinung. Die geschwungenen Formen, der erhobene Blick und die markanten Konturen verleihen der Büste eine zugleich fragile und machtvolle Aura. Zwischen Anmut, Stolz und stiller Inszenierung entsteht das Bild einer Gestalt, die ihre Präsenz nicht verbirgt, sondern mit unverwechselbarer Eigenständigkeit behauptet.

Diva — Ansicht IDiva — Ansicht IIDiva — Ansicht IVDiva — Ansicht V

Geste und Mimik sind meine Sprache der Emotion.

Stumm

Büste als erstarrte Geste

In Stumm verdichtet sich ein innerer Zustand zu einer körperlichen Form, die zwischen Atem, Spannung und Verstummen schwebt. Der nach hinten geneigte Kopf und die eingeschriebene Unruhe der Oberfläche lassen eine Figur entstehen, die nicht spricht, sondern im Schweigen eine umso stärkere Präsenz entfaltet. Die Plastik erscheint als stille Chiffre für Verletzlichkeit, Selbstbehauptung und das, was sich der Sprache entzieht.

Stumm — Ansicht IStumm — Ansicht IIStumm — Ansicht IIIStumm — Ansicht IV

Der Schrei

Büste als Ausdruck innerer Spannung

In Der Schrei verdichtet sich ein Moment äußerster Existenz: ein Kopf zwischen Auflösung und Aufbegehren, geformt aus erstarrter Bewegung und innerer Erschütterung. Die eruptive Formensprache, die sich in verzerrten Partien, offenen Hohlräumen und scharf modellierten Übergängen zeigt, macht das Unsichtbare sichtbar — Angst, Schmerz und ein stummes Drängen nach Befreiung. Die Arbeit erscheint damit als körperliche Metapher für einen Zustand, in dem sich Emotion nicht mehr verbergen lässt, sondern als Form selbst hervortritt.

Werkzeug vom Zahnarzt

Meine Plastiken habe ich früher hauptsächlich mit einem Teelöffel, einem Suppenlöffel und einem Messer gearbeitet. Bei Der Schrei kam ich an meine Grenzen: Es fehlte mir das passende Werkzeug für die filigranen Zähne. Während ich beim Zahnarzt auf dem Behandlungsstuhl saß, kam mir der Gedanke, dass er die richtigen Instrumente dafür hat. Ich erzählte ihm von meinem Projekt — und er war so lieb, mir von seinen alten Werkzeugen welche zu schenken.

Der Schrei — Ansicht IDer Schrei — Ansicht IIDer Schrei — Ansicht IIIDer Schrei — Ansicht IVDer Schrei — Ansicht V

Vater

Betonguss · 30 cm

Vater — Close-up Frontalansicht

Ebe

Büste meines Bruders

Ton · lebensgross

Ebe — Aufnahme

Weiblicher Torso

Bleiguss · 15 cm